Der Loachbudl - das Schlagenhofener Schreckgespenst

Viel ist früher vom Loachbudl, auch Loachbul, erzählt worden und gar mancher hat gefragt: "Ja, wia schaugt a denn aus und wo treibt a se rum?" Dann konnte er vielleicht zur Antwort bekommen: "Es is a riasiga Hund mit feirige Aug'n und am langa, feirigen Schwoaf!" Dem Namen nach müsste sein Hauptrevier am "Loach", dem Waldstück gleich hinter Sieber's Obstgarten, Richtung Inning sein. Doch man hörte auch, dass er anderswo auftauchte. Am Gremberg oder am Paradieswinkel unten am Wörthsee oder sogar mitten auf dem See, als wanderndes Licht - immer nur bei finsterer Nacht.

Die stärksten Männer hat er zum Fürchten gebracht. So auch einen Inninger, der früher täglich zu Fuß von Inning nach Seefeld zur Arbeit in die Brauerei ging. Wenn er im Finstern zum Gremberg kam, zog er seine Stiefel aus, nahm sie in die Hand und ging barfuß den Berg hinauf, damit der Loachbul ihn nicht hören konnte. Auch Karl Beckes sen. wusste gar oft vom Loachbudl zu berichten. Wenn er von Schlagenhofen zu Fuß nach Inning ging - damals gab es noch keine andere Möglichkeit - musste er am Loachberg vorbei. Um nun den Loachbul in die Irre zu führen, redete er abwechselnd in verschiedenen Stimmlagen, um eine größere Gesellschaft vorzutäuschen, denn der Loachbul begegnet einem nur allein! Immer scheint im das Ablenkungsmanöver nicht gelungen zu sein, denn er erzählte hin und wieder, dass er ihn gesehen habe, wobei eine eigenartige Stimme verzweifelt rief: "Da Stoa, da Stoa, wohi?". Eines Tages fasste sich der Beckers Karl ein Herz und antwortete: "Dua'n do hi, wost'n hea host!", denn er nahm an, dass es eine arme Seele war, die einmal zu Lebzeiten einen Grenzstein böswillig entfernt hatte.

Von da an hörte man vom Loachbudl nichts mehr. Aber vergessen ist er noch lange nicht! Wer es wagt, der hat auch heute noch die Möglichkeit dem Loachbudl zu begegnen, die Nacht muss nur finster genug sein. Aba pass fei auf, dass de da Loabul ned mitnimmt!

 

(frei erzählt nach K. Hartmann)